Parallel zur offiziellen Vorstellung des Intelligence Collection Plan – Large Language Model (ICP-LLM) (download unter: wp.kundenprojekt.biz/forschung/i2sm/icp-llm) veröffentlichten heute die entwickelnden Forscher des Institute for Intelligence and Security Management (I2SM) der Northern Business School (NBS) und des Civil-Military Cooperation Centre of Excellence (CCOE) der NATO ein begleitendes Working Paper.
Intelligence dient dazu, Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern im Militär, in den Sicherheitsbehörden und in der privaten Sicherheit einen Informations- und Entscheidungsvorsprung zu verschaffen. Was beispielsweise zur Strategischen Vorschau bei den Streitkräften, im Krisenmanagement eines Unternehmens oder in der Kriminalitätsanalyse bei der polizeilichen Fallbearbeitung entscheidungsrelevant ist, sollte dabei von denjenigen, die Entscheidungen treffen müssen, selbst definiert werden. Damit das funktionieren kann, ist die Bereitstellung von entscheidungsrelevanten Intelligence-Produkten eine Voraussetzung. Die Erstellung eines Intelligence Collection Plans (ICP) stellt einen zentralen Arbeitsschritt im Schnittpunkt aus der Direction-Phase und dem Intelligence Requirement Management (IRM) innerhalb des Intelligence Cycle dar. Dieser soll ermöglichen, Informationsbedarfe systematisch zu strukturieren und Recherche und Aufklärung zielgerichtet zu steuern. In der praktischen Anwendung sind jedoch zeitliche, inhaltliche und technische Herausforderungen zu beobachten, die zu Verzögerungen, Inkonsistenzen und Qualitätsverlusten führen können. Mit dem ICP-LLM wurde ein Tool entwickelt, das Large Language Models (LLMs) nutzt, um die unteren Ebenen eines ICP – Specific Intelligence Requirements (SIRs) und Essential Elements of Information (EEIs) – automatisiert zu generieren. Dadurch wird die Erstellung von ICPs beschleunigt und vereinfacht. Ziel dieses Working Papers ist es, den Entstehungshintergrund von ICP-LLM zu beleuchten. Außerdem soll ein Blick darauf geworfen werden, wie der Nutzen und die Anwendbarkeit des Tools im Rahmen eines Lehrgangs am NATO Civil-Military Cooperation Centre of Excellence (CCOE) experimentell evaluiert wird. Untersucht werden soll, inwieweit der Einsatz von ICP-LLM die Erstellung von ICPs effizienter gestaltet, die Strukturqualität verbessert und von Anwenderinnen und Anwendern als praxisrelevant bewertet wird. Die Ergebnisse sollen exemplarisch Aufschluss darüber geben, ob und in welchem Umfang LLM-gestützte Assistenzsysteme einen Mehrwert für die Anwendung im Intelligence-Kontext bieten können. In einem weiteren Schritt soll das Tool bei einem Forschungsprojekt am I2SM zur Organisierten Kriminalität im Rahmen der Kriminalitätsanalyse einem Praxistext unterzogen werden.
Das Working Paper auf Deutsch und Englisch steht hier zum Download bereit: https://www.econstor.eu/handle/10419/330339